Die Rail Cargo Group (RCG) ist die Güterverkehrssparte der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und zählt zu den führenden Bahnlogistikunternehmen Europas. Mit über 100 Jahren Erfahrung im Bahnbetrieb verbindet die RCG wirtschaftliche Effizienz mit dem Anspruch, nachhaltige Transportlösungen im europäischen Raum zu schaffen. Im Zentrum steht dabei ein reibungsloser, zuverlässiger Flottenbetrieb – insbesondere im Güterwagenmanagement.
Ausgangslage: Komplexe Strukturen und lange gewachsene Prozesse
Im Jahr 2021 wurde das Digitalisierungsprogramm der Rail Cargo Group auf das Equipment Management ausgeweitet – einen Bereich mit hoher betrieblich-technischer Relevanz und Komplexität. Die Ausgangslage war vielschichtig: Die bestehenden Systeme waren historisch gewachsen, vielfach nicht miteinander vernetzt und boten kaum Möglichkeiten für Automatisierung oder standardisierte Abläufe. Die meisten Prozesse im Flottenmanagement wurden dezentral organisiert, häufig gestützt auf MS Excel. Dies führte zu erhöhtem Abstimmungsaufwand, Medienbrüchen und eingeschränkter Nachvollziehbarkeit.
Zusätzlich war die Organisation selbst herausfordernd: Zahlreiche Schnittstellen zwischen Fachabteilungen, nicht durchgängig einheitliche Arbeitsweisen und eine hohe Dichte an technischen Detailregelungen machten die Digitalisierung in diesem Bereich zu einer anspruchsvollen Aufgabe.
Es war klar, dass eine reine Systemeinführung nicht ausreichen würde. Gesucht wurde ein Partner, der sowohl die technische Expertise als auch ein tiefes Verständnis für die operativen Realitäten eines Eisenbahnverkehrsunternehmens mitbringt.
Lösung: Digitalisierung als gemeinsamer agiler Prozess
Für die Umsetzung entschied sich die RCG zur Vertiefung der bestehenden Zusammenarbeit mit ONTEC, einem IT-Partner mit über 20 Jahren Branchenerfahrung im Bahnsektor. ONTEC stellte innerhalb von 3 Monaten ein 10-köpfiges interdisziplinäres Team zusammen, das von Anfang an eng mit den Fachbereichen der RCG kooperierte. Ziel war es, bestehende IT-Lösungen im Equipment Management zu modernen, nachhaltigen Modulen zu entwickeln, die nicht nur technisch leistungsfähig, sondern auch passgenau auf die tatsächlichen Arbeitsprozesse abgestimmt sind.
Das Projekt wurde vollständig in einem agilen Setup nach Scrum und SAFE durchgeführt. Scrum Master, Business Analyst*innen, Entwickler*innen und Tester*innen arbeiteten iterativ in zweiwöchigen Sprints, gemeinsam mit Product Owner*in und den Fachbereichen der RCG. Anforderungen wurden frühzeitig erfasst, gemeinsam priorisiert, umgesetzt und direkt in den produktiven Betrieb überführt. Mittels Living Specifications wurde sichergestellt, dass die Anforderungen aller User, egal ob Endnutzer*innen, Product-Owner oder Entwicklungsteam, in einer allgemein verständlichen Sprache – in diesem Fall Gherkin – formuliert und zur Automatisierung der Tests verwendet werden konnten.
Neben der reinen Funktionalität lag der Fokus besonders auf hoher Datenqualität, intuitiver Bedienbarkeit und zuverlässigem Betrieb. Die Lösung wurde für den stabilen Einsatz unter realen Bedingungen entwickelt und zeichnet sich durch gute Wartbarkeit und die Unterstützung relevanter Schnittstellen zu angrenzenden Systemen aus. Der gewählte Microservice-Ansatz, eine klar strukturierte und qualitativ hochwertige Codebasis mit entsprechenden Metriken, umfassender Testabdeckung und Living Documentation sichern die langfristige Wartbarkeit und erleichtern zukünftige Weiterentwicklungen.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor war das wechselseitige Verständnis: ONTEC brachte nicht nur technische Kompetenz ein, sondern konnte sich auch schnell in die spezifischen Abläufe der Instandhaltung, Disposition und Wagenverwaltung einarbeiten. Umgekehrt erlebten die Fachbereiche ein Team, das zuhörte, Rückfragen stellte und aktiv mitdachte.
Inzwischen sind zahlreiche Komponenten des neuen EqMS (Equipment Management System) im täglichen Einsatz. Neue Funktionen werden laufend integriert – immer eng abgestimmt mit dem tatsächlichen Bedarf der Nutzer*innen.
Mehrwert: Stabiler Betrieb, bessere Daten, effizientere Abläufe
Für die RCG brachte das Projekt mehrere konkrete Mehrwerte
Betriebliche Entlastung
Manuelle Prozesse wurden durch automatisierte Abläufe ersetzt. Dadurch verringert sich der Abstimmungsaufwand, Fehlerquellen werden reduziert, und Arbeitszeit wird effizienter genutzt.
Datenqualität und Transparenz
Die neue Lösung ermöglicht eine zentrale, strukturierte Erfassung aller relevanten Flottendaten. Informationen sind konsistent verfügbar und können für Analysen und Steuerungsaufgaben genutzt werden.
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Durch die agile Methodik konnten Anforderungen iterativ eingebracht und zeitnah umgesetzt werden. Die Lösung ist dadurch näher an der Praxis und besser anpassbar an zukünftige Entwicklungen.
Organisatorischer Lerneffekt
Der enge Austausch zwischen IT und Fachbereichen führte auch intern zu einem Umdenken – weg von punktuellen Systemanpassungen, hin zu einem ganzheitlichen Blick auf Prozesse, Datenflüsse und Nutzerbedürfnisse.
Hohe Qualität
Der ausgeprägte Qualitätsanspruch des ONTEC-Teams und der daraus resultierende hohe Automatisierungsgrad der Tests gewährleisten eine langfristige Wartbarkeit der Software – auch über einen Zeitraum von 20 Jahren hinaus.
Verlässlicher Partner
Mit ONTEC hatte die RCG einen Partner, der nicht nur lieferfähig war, sondern auch Verantwortung übernahm – fachlich, methodisch und im täglichen Projektverlauf.
Vanessa Langhammer, Programmleitung bei der Rail Cargo Group, resümiert:
"Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell Ideen aus den Fachbereichen Realität wurden – und wie reibungslos der Betrieb mit den neuen Tools funktionierte.“
Valessa Langhammer, Programmleitung, Rail Cargo Group
Nicht zuletzt trug auch die Teamkultur wesentlich zum Gelingen bei. Rollen und Verantwortlichkeiten waren klar, der Umgang war geprägt von gegenseitigem Respekt und Offenheit für Feedback. Das gemeinsame Ziel – eine praxistaugliche, moderne Lösung – wurde von allen Seiten mitgetragen.
Fazit
Die Zusammenarbeit zwischen der Rail Cargo Group und ONTEC zeigt, wie digitale Transformation im Bahnbereich gelingen kann – wenn fachliche Tiefe, methodisches Know-how und echtes gegenseitiges Vertrauen zusammenkommen.
Die Softwarelösungen des EqMS-Teams sind heute mehr als IT-Module: Sie sind Ausdruck eines modernen Arbeitsverständnisses, in dem Technik, Organisation und Mensch gemeinsam gedacht werden.
Das Projekt steht exemplarisch für eine Partnerschaft, die nicht auf kurzfristige Lieferung ausgerichtet war, sondern auf nachhaltige Wirkung im betrieblichen Alltag.
Klingt spannend? Reden wir darüber
Seit über 25 Jahren entwickeln wir bei ONTEC komplexe individuelle Lösungen für die Bahnlogistik-Branche. Auch sichere und datenschutzkonformer KI-Lösungen gehören zu unserem Angebot. Das umfassende Know-how, das wir uns über die Bahnbranche angeeignet haben, setzen wir zur vollsten Zufriedenheit unserer Kunden ein.
Gerne diskutieren wir mit Ihnen darüber, wie auch Ihre Prozesse wirksam digitalisiert werden können, so dass sie einen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen, Mitarbeiter und Kunden generieren.
Stefan Pencik
ONTEC AG
Kundenorientierung heißt für mich, mit dem Kunden gemeinsam genau die Lösung zu finden, die zu ihm passt.