ITIL ist aus der IT-Welt kaum noch weg zu denken. Auf der einen Seite, fungiert es für viele als de facto Standard – für viele bietet es aber hauptsächlich eine einheitliche Sprache für die immer komplexer werdende IT-Umwelt. Dennoch gibt es, nach rund 17 Jahren seit ITIL V1, immer noch viele Halbwahrheiten und Mythen rund um dieses Thema, welche sich hartnäckig halten und vielerorts als gegeben hingenommen werden.

Nachdem ich in der Praxis sehr oft mit solchen Begriffsvermis­chungen konfrontiert werde, möchte ich in diesem und folgenden Blog-Eintrag, mit den gängigsten aufräumen:

MYTHOS 1: „ITIL IST EINE NORM“

Im Gegensatz zu in der IT bekannten Begriffen, wie ISO 27001 oder 9001, ist ITIL keine Norm. ITIL ist vielmehre eine Sammlung von best practices.

Es gibt für so ziemlich jeden Zeitpunkt entlang des Lifecycles eines IT-Services, eine Empfehlung in der IT Information Library, wie dieses optimal zu regulieren und mit Prozessen, Funktionen und Rollen zu standardisieren ist. Nachdem der benötigte Grad der Standardisierung aber in jedem Unternehmen unterschiedlich ist, kann dies nicht als allgemeingültige Formel herangezogen werden.

Es macht also wenig Sinn, alle IT-Prozesse des Unternehmens zur Gänze dem „ITIL-Standard“ zu unterwerfen. In der Praxis würde dies wohl zum Stillstand der IT – oder zumindest zur drastischen Verlangsamung im Service Delivery führen.

Fazit: Jedes Unternehmen sollte sich daraus die, für die Unterstützung seiner Businessprozesse, förderlichste herausziehen und, wo für die indivdiuellen Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Kunden notwendig, auch keine Scheue haben diese zu adaptieren.

Fortsetzung folgt…